Schlaflose Nächte und Schlafapnoe

Was ist Schlafapnoe?

Die Schlafapnoe ist eine Schlaf-Bezogene-Atmungs-Störung (SBAS), welche ausschließlich im Schlaf auftritt und chronisch verläuft. Der Begriff „A-Pnoe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ohne Atem“.
Bei dieser Krankheit kommt es nachts zu gefährlichen Atemaussetzern, die meist durch verengte Atemwege oder durch eine bestimmte Veranlagung hervorgerufen werden. Diese Aussetzer dauern in der Regel etwa 20 bis 30 Sekunden. Bei schweren Formen können sie jedoch mitunter auch minutenlang andauern. Quelle: https://www.schlafapnoe-online.de/definition-schlafapnoe/


Ich erzähle hier von meinen Erfahrungen mit meiner Schlafapnoe und meinen schlaflosen Nächten. Leider weis ich, das es ein Leiden ist, das extrem viele Leute betrifft. Es ist fast schon beängstigend. Vor allem in einer Welt die immer schneller, weiter, höher will. Und das ist mit Schlafstörungen und dem daraus resultierendem Schlafmangel nicht vereinbar, wie ich finde. Ich bin soweit, das ich im Gegensatz der letzten Jahre zufrieden sein kann mit meinem Schlaf. Trotzdem werde ich euch davon erzählen. Ich hoffe aber auch, das jeder der Probleme mit dem Schlaf hat, es irgendwie schafft seinen Schlaf zu verbessern, weil ich weis wie wichtig es ist.

Das Thema Schlaf wird einem erst wichtig, wenn man nicht mehr schlafen kann. Vor 10 Jahren hab ich mir da noch gar keine Gedanken darüber gemacht. Als Kind war das schon mal ein Thema. Aber man beschäftigt sich noch nicht so damit. Als ich meine Koch Lehre begann, musste ich funktionieren. Der Schlaf viel Schicht bedingt oft sehr kurz aus. Oft stand ich morgens nach einer langen Spätschicht wieder auf der Matte und wusste nicht, wie ich die nächste 12 Stunden Schicht schaffen sollte. Ich glaube dennoch, das der Schlaf zu der Zeit noch nicht schlecht war. Ich hatte halt nur sehr wenig Schlaf. Erst als meine Depressionen schlimmer wurden, begann das Grauen.

Von schlaflosen Nächten kann ich ein Lied singen. Als das mit der Depression und meiner Schlafapnoe so richtig krass wurde, waren 2 Stunden Schlaf Nachts die Regel. Wenn ich Nachts überhaupt geschlafen habe. Das ging über 2 Jahre. Tagsüber wusste ich dann auch nicht mehr wie ich das ganze noch ertragen soll. Sekundenschlaf beim Autofahren war Normalität. Danach kam eine Phase, in der ich 2-3 Stunden geschlafen habe. Mein Schlaflabor ergab 70 Atemaussetzer in der Stunde. Ob sich da Schlafstunden zählen überhaupt lohnt? Dann ging es weiter. Ich wachte immer zur gleichen Zeit auf. Immer. Meistens um 3-4 Uhr. Ich konnte die Uhr danach stellen. Das schlimme war, umdrehen und weiter schlafen war nicht. Ihr ahnt es. Es war die Hölle. Es dauerte ungefähr 5 Jahre bis ich endlich mal wieder einen angenehmen Schlaf Rhythmus hatte. Das geht aber auch nur mit der Benutzung einer Atemmaske. Es bleibt abzuwarten wie sich mein Schlaf in der Zukunft verhält. Ziel wäre ja, endlich wieder ohne Atemmaske zu schlafen.

Sicher ist, mit so wenig Schlaf kann man es vergessen abzunehmen. Der Fettstoffwechsel, liegt bei so geringem Schlaf, im Erdkern. Abnehmen kann man somit eigentlich schon fast vergessen. Was ein elendiger Teufelskreis. Die Depressionen wurden schlimmer. Das wiederum tangierte den Schlaf. Never ending Story. In was für Abwärts Spiralen man sich begeben kann. Man wird verdammt dünnhäutig und verträgt und erträgt gar nichts mehr. Mittagsschlaf zerstört den Nachtschlaf. Jetzt hört ihr mich verzweifelt brüllen. 

Ich weis garnicht wie ich die Zeit überlebt habe. Nicht zu schlafen ist die Hölle. Man kann sich nicht mehr konzentrieren. Schlafentzug wurde zur Folter angewandt. Das kann ich ziemlich gut nachvollziehen. Ich dachte ich bin verloren. Ich dachte ich werd nie wieder einen gesunden Schlaf bekommen. Nichts ist unmöglich. Lange habe ich gebraucht um überhaupt Hilfe zuzulassen. So ein Schlaf Wirr Warr kann ein ganz schön fertig machen. Einige können da bestimmt mit mir im Chor singen. 

Das Schlaflabor hat mir mein Leben gerettet. Lange hat es gedauert bis ich endlich mal Hilfe bekam. Man muss immer mehrere Stationen durchlaufen. Von HNO Arzt bis Schlaflabor. Es dauert immer bis man Termine bei Fachärzten bekommt. Was die Psyche anging nahm ich Antidepressiva. Teufelszeug. Aber man kann schlafen. Jetzt wo ich die Tabletten wieder abgesetzt habe fängt es wieder an das ich nicht mehr durchschlafen kann. Was zur Hölle. Jetzt klang doch alles so gut. Vielleicht, weil ich mittags aus Erschöpfung ein Nickerchen machen muss. Dieser Text entstand aus einer schlaflosen Nacht. Wie produktiv. Man lernt doch immer mehr mit seinen Defiziten umzugehen.

Meist lernt man den Schlaf erst schätzen, wenn man nicht mehr so gut schlafen kann.

Zumindest Atme ich Nachts wieder. Das ist sehr beruhigend. Ich habe mich sehr viel mit dem Schlaf beschäftigt. Sehr viel darüber gelesen. Und auch da bin ich mir ganz sicher. Die Gewohnheit kann man sich neu lehren. Es dauert Zeit. Die muss man sich geben. Ohne Hilfe hätte ich es dennoch nicht geschafft. Mit Schlaflabor und Therapie. Wenn die Psyche durchdreht, ist der Schlaf enorm beeinträchtigt. Kommt dann noch eine Krankheit hinzu, ist es vorbei mit schlafen. Lange Zeit habe ich es ausgehalten. Ich bewundere unsern Organismus. Was der aushalten kann. Es gibt bestimmt auch Situationen wo es schwierig wird etwas zu ändern. Bei Chronischen Schmerzen zum Beispiel. Das will ich nicht ausschließen. Jede Situation ist auf seine Weise schlimm. Schade das es kein Wundermittel gibt. Schlafen ist so wichtig. Und wie gesagt, meist lernt man den Schlaf erst schätzen, wenn man nicht mehr so gut schlafen kann.

Auf meinem Weg habe ich viele interessante Artikel gelesen. Hier mal für mich zwei sehr interessante Auszüge daraus.

Ein Artikel aus der WELT:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article153229677/Wie-permanente-Schlaflosigkeit-zur-Gefahr-wird.html

„Hans-Günter Weeß, Schlafmediziner am Pfalzklinikum Klingenmünster und Buchautor schätzt, dass durch müdigkeitsbedingte Verkehrsunfälle jedes Jahr in Deutschland ein volkswirtschaftlicher Schaden von vier Milliarden Euro entsteht.
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Schlafmangel, können nicht einschlafen oder liegen nachts stundenlang wach. Doch nicht nur sie selbst leiden. Die gesamte Gesellschaft trägt die Folgen. Denn wer schlecht schläft, ist tagsüber müde und unkonzentriert und macht mitunter verhängnisvolle Fehler. Die dadurch entstehenden Schäden belasten die Wirtschaft – sie gehen in die Milliarden. Und die Politik schaut einfach zu.“

Und eine Sendung im NDR, „Gute Nacht – Die Show vorm einschlafen“:

http://www.ndr.de/fernsehen/Gute-Nacht-Die-Show-vorm-Einschlafen,gutenacht114.html

In der Show zu gast ist Professor Dr. Till Roenneberg, Till Roenneberg ist Professor am Institut für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Er sagt: „Insofern ist es eine ganz wichtige Sache das wir endlich ernst nehmen, das Menschen verschieden sind….“

Der eine braucht nur 6 Stunden, der andere 10 Stunden schlaf. Das ist Biologie. Genauso berichtet er davon das der eine Mensch schon um 6 Uhr fit ist und der andere eben erst um 8 oder 10 Uhr. Was ich ganz interessant finde, da wir Menschen ja immer diese 6-8 Stunden propagiert bekommen. Meist sind wir dann auch noch total unzufrieden wenn wir entweder zu wenig oder zuviel schlafen. Also alles easy.

Author: merten

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