Hochsensibilität

Ich beschäftige mich gerade intensiver wie sonst mit meiner Hochsensibilität. Zudem beschäftige ich mich mit Menschen und versuche sie zu lesen. Ich finde es interessant, wie verschieden wir Menschen sind und was es alles für unterschiedliche Charaktere gibt und was für Macken wir haben. Nicht das ich das schon wusste *lach* aber so krasse Unterschiede finde ich doch sehr interessant. Wenn man sich damit beschäftigt, wird einem das erst richtig klar. Letztes Jahr, in der Klinik, habe ich mich das erste Mal mit anderen Menschen beschäftigt. Hab mich sonst immer sehr isoliert. Bin sehr unnahbar. Dort habe ich Mal mein Kokon abgelegt. Für eine kurze Zeit.

Ich lese gerade ein informativ sehr gut geschriebenes Buch über Hochsensibilität. Die Hochsensibilität bezeichnet ja keine Krankheit, sondern eher Wesenszüge, spezielle Charaktereigenschaften. Ich habe in einem anderen Text schon die Vor- und Nachteile beschrieben. Ich war mir nicht bewusst, das ich doch solch Eigenarten habe, die andere garnicht haben. Was jetzt für die anderen nicht negativ spricht. Manchmal ist das auch eine Belastung. Ich denke aber, das das bewusst werden über die Hochsensibilität, durchaus ein Vorteil hat. Man fühlt sich nicht mehr so eigenartig und anders. Man kann lernen damit umzugehen. Kann Situationen aus dem Weg gehen, wenn man weiß, das man sich in dieser oder einer anderen Situation unwohl fühlt. Wir kreieren uns unser Leben ja selbst. Und wenn man Glück hat, findet man seine Berufung. Was sehr schwierig ist, wenn man sich steuern lässt. Man kann sich seine Eigenart so gut es geht gestalten.

Manchmal Frage ich mich, warum gerade ich so Hochsensibel sein muss. Aber es ist nun Mal so, sonst wär’s ja anders. Man sollte sich im Alltag auch nicht zu arg darauf beschränken. Das macht einen sonst ganz verrückt. Aber ich bin nun mal ich und trage es in mir. Ich weiß, das ich mich alleine sehr wohl fühle, das ich immer alles ordentlich halten muss, auf dem Tisch muss alles symmetrisch angeordnet sein und wenn ich irgendwo rein komme, scanne ich alles. Ich schau mir erstmal alles an und spüre alle Schwingungen. Schaue, wie die Menschen Ticken. Hat auch was von einem Agenten. Das mit den Gefühlen ist wieder etwas anderes. Ich bin schnell überladen von Eindrücken. Ein veränderter Tagesablauf bringt mich voll aus dem Konzept. Zu viele Eindrücke machen mich müde. Und so weiter. 

Ich denke, das es auch wichtig ist, sich auf die höhere spirituelle Ebene einzulassen. Zu schauen, was in seinem Lebensverlauf so alles passiert ist, wieso dies oder jenes passiert ist. Was das alles zu bedeuten hat. Und sich seine Fehler einzugestehen. Zu schauen woran es liegt. Vielleicht eine schlechte Lebensweise zu überdenken. Ich habe mich so unwohl gefühlt und war an einem Punkt, wo ich mich nicht in der Lage sah, etwas zu verändern. Deshalb wollte ich mein Leben beenden. Bis heute weis ich nicht, wie ich es geschafft habe, aus Schwäche so viel zu machen. Es musste etwas passieren. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Habe mich gefragt ob das Leben wirklich so schrecklich ist. Man kann Zustände erreichen, wo ich erstaunt war, das ein Mensch so etwas aushalten kann. 

Hochsensibilität ist schon ein umfangreiches Thema. Ich wäre mal gerne normal sensibel. Wüsste Mal gerne wie das ist. Nicht immer alles so zu spüren. Weniger fühlen. Nicht immer gleich überfordert zu sein. Das größte Problem ist, das man weis, das man anders ist, man aber versucht so zu sein, wie die anderen. Das muss man unterbinden. Muss seine Hochsensibilität voll ausleben, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Ich bin froh das Leben so vollends zu spüren und wahrzunehmen. Ich lerne noch und hoffe, irgendwann mit der Hochsensibilität im Einklang zu sein und mit bestimmten Situationen besser klar zu kommen. 

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Author: merten

2 thoughts on “Hochsensibilität

  1. Hallo, ich danke dir für deinen interessanten Einblick. Ich war auch schon mehrmals in der Klinik (Depression, Traumata) und habe dort jemanden getroffen, der mich gefragt hat, ob ich auch hochsensibel sei. Nein, ich glaube nicht, sagte ich. Er war es, denke ich nun nachdem ich deinen kleinen Text gelesen habe. Aber ich kann ihn und dich verstehen, denn oft ist es auch mir zu viel… Ich verstehe dich. Mögest du Wärme und Zufriedenheit verspüren und dein Leben so gestalten wie es dich glücklich macht! Alles Liebe, Laura

    1. Danke für dein Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich wünsche dir alles gute! Liebe Grüße, Merten

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