Die Stimmen in meinem Kopf

 

Ich

wunder mich manchmal über die vielen Stimmen im Kopf und überlege mir, wie es wäre, wenn die Psyche im reinen wäre. Wenn die vielen Meinungen im Kopf nur eine Meinung hätten. Wer wäre ich, ohne die Ängste? Wer wäre ich, ohne den schwarzen Hund?

Triggerwarnung

„Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man in Internetforen, die in der Selbsthilfe zum Beispiel bei posttraumatischen Belastungsstörungen dienen, einen Warnhinweis auf mögliche Auslösereize (Auslöser, engl. trigger).[1]

Damit soll ein Mensch, der selbst Lebensbedrohliches erlebt hat, vor einer ungewollten Erinnerung an die belastende Situation durch die Berichte anderer gewarnt werden.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Triggerwarnung

In diesem Text geht es um meine Ängste und die Gefühle, die mich dadurch beschäftigen. Um die Angststörung. Es gibt mehrere Arten davon. Ich hinterfrage unentwegt. Natürlich will ich meine Ängste auch verstehen, um sie zu behandeln. Ich habe vorne weg mal grob interpretiert, was man so zur Angst sagen kann.

Die Angst ist uns angeboren. Jeder nimmt sie irgendwie anders wahr. Sie warnt uns vor Gefahren. Die Angst entsteht aber nicht nur, wenn wir in Lebensgefahr sind, sondern auch wenn wir uns einbilden in Gefahr zu sein. Dann leiden wir unter krankhafter Angst. Wir haben einmalig eine schlimme Situation erlebt und leiten dann immer wieder, diese Angst aus dieser Situation her. Dann meiden wir immer wieder diese Situation. Das führt aber dazu, das die Angst gefüttert wird. Was ein mieser Kreislauf. Deswegen sollte man sich seinen Ängsten stellen. Klingt so einfach. Ist es aber überhaupt nicht. Nun kommen wir zu meinen Empfindungen zu diesem Thema.

Viele Gefühle verstopften und verstopfen mich heute noch. Darüber zu reden, entlastet mich ein wenig. Doch wem will man das so mitteilen, außer der Therapeutin/dem Therapeuten? Vielleicht noch bestimmten Freunden. Was macht jemand mit den Gedanken, die er damit mitgeteilt bekommt? Wie geht man damit um? Vor allem, wie geht man damit um, wenn man sich mit solch einem Thema noch nie beschäftigt hat? Wie ist es eigentlich so, ohne Ängste zu leben? Gibt es das? Nach langem überlegen, habe ich mir überlegt, darüber zu schreiben. Ich empfand es als angenehm, darüber zu lesen. Das ordnet die Gedanken etwas. Also warum nicht den Leuten das gleiche geben, was mir schon geholfen hat?

Die Angst ist unbändig. Das Wort klingt viel zu harmlos und einfach. Es beinhaltet jedoch so viel. Tiefgründigkeit in seiner reinsten Form. Unentwegt peitscht die Negativität aufs Hirn ein. Die Stimmen wollen keine Ruhe geben. Alles scheint so sensibel. Kann man das nicht abstellen? Diese ständige Fragerei im Kopf. Das Hirn läuft heiß. Man steht ständig unter Hochspannung.


Gedankenfetzen

Hast du das gemacht? Hast du dies gemacht? Hast du vergessen das Fenster zu zu machen? Ist der Herd wirklich aus? Hoffentlich habe ich die Steckdosen abgeschaltet, nicht das es anfängt zu brennen. Wie schlimm wäre es, alles zu verlieren? War das jetzt richtig, was ich getan habe? Was ist wenn es nicht okay war? Was denken die anderen über mich? Hoffentlich passiert nicht das, was ich mir grauenhafter Weise vorstelle. Wie gehe ich damit um wenn ich was falsches getan habe? Wieso musste das passieren? Warum ich? Was mache ich dann? Schaffe ich das überhaupt, zu verarbeiten? Hoffentlich versage ich nicht. Was denkt er/sie von mir? Warum antwortet er/sie nicht? Kann ich damit umgehen, wenn etwas unvorhergesehenes passiert? Ich kann es nicht zulassen. Ist es richtig was ich da mache? Was wird passieren? 

Komm klar! Du kannst jetzt nicht einfach umkippen. Du hast Verpflichtungen. Stell dich nicht so an. Du hast schon so viel durchgemacht. Es gab noch nie Probleme in der Situation.


Andere dürfen nicht denken, das ich Wahnsinnig bin. Ich würde gerne ein Türchen öffnen und den Vogelschwarm, wild gewordener Vögel, in die Freiheit entlassen.

Oft habe ich einen enormen Druck auf der Brust. Als ob eine Presse immer fester zu drückt. Mein Kopf läuft über. Es ist wie ein Vulkan, der gleich droht, auszubrechen. Ich kann nicht mehr klar denken. Meine Gedanken zerfließen wie Lava. Ich bin nicht mehr Herr meiner Lage. Es wird immer schwieriger, mich zu halten. Mein Herz stolpert. Ich will raus. Sofort. Ich will aussteigen. Jetzt. Bevor ich nicht mehr weis, wie ich mit mir selber umgehen soll, weil ich nicht mehr ich selbst bin. Es ist wie ein Rausch der schlechten Gefühle. Meine Gedanken laufen im Kreis. Ich kann mich nicht entspannen. Mir wird schwindelig. Ich habe das Gefühl, das ich meine Gedanken nicht mehr tragen kann. Bis sich mein inneres übergibt. Ich fühle mich dreckig. Es ist zum Glück nicht für die Ewigkeit. Die Schwankung wird mich retten. Es macht mich dünnhäutig. Wie bei einer schlechten Runde Roulette. Nichts geht mehr. Wie ein rohes Ei, was jeden Moment am Boden zerspringt. Ich wäre gerne einfach nur gesund. Gesund! Kopf frei. Weniger verstopft. Mehr frei. Ich möchte mich in Wohlgefallen auflösen. Wünschte es wäre ein verdammter Traum. Wach endlich auf! Bitte wach auf!!!! Aber nein. Es ist kein Traum. NEIN! 

Angst ist etwas penetrantes. Mehr, wie die Depression. Wie kann das sein? Vielleicht ist es auch ein unzertrennliches Paar. Hand in Hand gehen sie den schmalen Grad der Verzweiflung. Wenn man den Mantel ablegen könnte. Wie ein Mantel eben. Den kann man doch auch ablegen. 

Ich hätte manchmal gerne einen guten Tag. Wo ich Happy sein kann. Wo ich klar denken kann. Völlig klar, wie bei klarem blick in das sonnige Land. Aber es fühlt sich meist mehr so wie Watte im Kopf an. Honig im Kopf. Wie die völlige Verstopfung der Gefühlskanäle. Ich mache ja auch schöne Sachen im Leben. Aber ich kann sie selten so wahrnehmen wie sie sind. Deswegen fühlt es sich oft unecht an. Daran kann man sich nicht gewöhnen, finde ich. Alles ist so unwirklich, verschleiert. Als wenn man nicht real am Leben teilnimmt. Vielleicht ist das auch normal und ich empfinde es nur als schlimm. Das einzige was ich tun kann ist, daran zu arbeiten.

Es schwankt unentwegt. Ich akzeptiere es. Es gibt aber auch Momente, die nicht so schlimm wie beschrieben sind. Zum Glück. Das klingt sonst sehr verzweifelt. Oh happy Day. Vielleicht sieht sich der ein oder andere darin wieder. Ich lese gerade ein Buch über Hocheffizienz und sehe mich darin wieder. Ich arbeite hart daran. Der Text drückt denke ich sehr gut aus, was manchmal im Hirn los ist. Wahnsinn oder? Mich befreit es gerade, darüber geschrieben zu haben.

Ich habe gelernt, das man die Angst besser behandeln kann, wie die Depression. Die Angst kann man überwinden, wenn man das macht, wovor man Angst hat. Das ist schrecklich schwer. Die Angst zu füttern, in dem man der Situation aus dem Weg geht, ist nur für kurze Zeit gut. Das Wesen wird übermäßig groß und macht einem mehr und mehr Sorgen. Die Situation dann durch zu stehen, gibt einem ein gutes Gefühl. Das behandelt die Angst aber nicht gleich. Man muss da immer und immer wieder durch. Irgendwann muss es wohl besser werden. Die Angst wurde ja auch lange genug gefüttert. Sie geht nicht von jetzt auf gleich. Wie krass es sein muss, ohne Ängste zu leben. Ich bleibe dran! Versuche es doch auch mal.

Ich glaube an dich!

  

  

Author: merten